Gefahr über den Wolken: Immer öfter werden betrunkene Piloten erwischt. Wie die Tagespresse berichtet, zog die Bundespolizei kürzlich in Frankfurt einen russischen Piloten aus dem Verkehr – 0,5 Promille. Wenig später nahm die Polizei in Heathrow einen betrunkenen US-Piloten vor dem Abflug nach Chicago fest. Der deutsche Fliegerärzteverband warnt unterdessen, dass drei bis fünf Prozent der Flugkapitäne Alkoholprobleme haben – Tendenz steigend.
Selbstverständlich sind solche Zustände nicht hinzunehmen – hier ist staatliches Handeln gefragt! Die Bundespolizei sollte die aus Afghanistan abgezogenen AWACS-Aufklärungsflugzeuge für Alkoholkontrollen im deutschen Luftraum einsetzen: Passagiermaschinen, die durch typische alkoholbedingte Flugbewegungen wie z.B. Loopings auffallen, müssten angehalten und die Piloten zum Alkoholtest veranlasst werden. Liegt der Pegel über 0,3 Promille, ist der Weiterflug zu unterbinden. Da gilt auch auf Reiseflughöhe: Rechts ran, Motor abstellen und aussteigen! Die Sicherheit der anderen Luftverkehrsteilnehmer geht nun mal vor. Natürlich dürften solche Maßnahmen nur über dünn besiedeltem Gebiet wie z.B. der ehemaligen DDR oder Bielefeld vollzogen werden.
Auch der Fluggast kann sein Scherflein zur Bekämpfung delirierender Düsenchauffeure beisteuern. Wer etwa in der Flughafenkneipe einen Piloten beim Zechen antrifft, sollte ihm mit freundlicher, aber bestimmter Ansprache auftragen, den Flugzeugschlüssel beim Wirt abzugeben und sein Ziel zu Fuß anzusteuern. Woran man einen Piloten erkennt? Pilotenbrille oder Pilotenkoffer sind zuverlässige Anhaltspunkte!
Während eines Fluges kann lautes Gejohle aus der Pilotenkanzel den hinreichenden Verdacht auf einen angesäuselten Luftschiffkapitän begründen. In diesem Fall sollten Passagiere das Cockpit aufsuchen, um sich vom ordnungsgemäßen Zustand des Flugzeugführers zu überzeugen. Sofern dieser statt englisch oder deutsch nur unverständliches Zeug brabbelt, ist dies im Luftverkehr durchaus üblich und kein Anlass zur Sorge, zumindest wenn der Lotse im Tower das gleiche moldawische Hirtenidiom beherrscht. Falls der Steuermann aber alkoholbedingte Symptome offenbart (glasige Augen, Erbrechen, gute Laune), ist der Zündschlüssel abzuziehen und 110 anzurufen (außerhalb des deutschen Luftraums Vorwahl +49 nicht vergessen!)
Bei allem Rufen nach Sanktionen sollen die Ursachen der eskalierenden Trunksucht des fliegenden Personals nicht geleugnet werden: Viermal wöchentlich einen A-310 mit 150 schnatternden Friseusen von Bochum nach Palma zu fliegen, hält wohl selbst der härteste Antiterrorkriegs-Pilot auf Dauer nicht nüchtern aus. Dazu kommt der immense Kabinendruck, der auf den Kapitänen der Lüfte lastet. Nicht zuletzt hat die Globalisierung dazu geführt, dass heute immer exotischere Ziele in entlegensten Winkeln der Erde angeflogen werden müssen, z.B. Cottbus. Zudem weist die Pilotenvereinigung Cocktail darauf hin, dass ein Becher Kaffee im Flugzeug inzwischen teurer ist als eine Flasche Asbach beim Lidl. Da darf man sich nicht wundern.
Ungeklärt ist bislang noch, ob bei aus Nicht-EU-Ländern ankommenden Flügen der im Piloten enthaltene Alkohol verzollt werden muss. Angesichts leerer Staatskassen sollte sich der Bundesfinanzminister hier mal Gedanken machen.
Eines kann aber jeder jetzt schon tun: Schenken Sie dem zersausten Typen, der morgens mit der Bierdose am Kiosk steht, ein freundliches Lächeln, ein paar warme Worte – er könnte Sie schon mittags über den Atlantik fliegen.








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[...] Blau über den Wolken: Frankfurter Magazin [...]