Haschischkauf im finsteren Bahnhofsviertel war gestern – aktuellen Meldungen zufolge boomt der Drogenhandel im Internet. Das World Wide Web sei „ein bedeutender Marktplatz für psychoaktive Mittel“, heißt es im aktuellen Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA). Von insgesamt 115 Online-Verkaufsstellen, welche die Behörde in diesem Jahr unter die Lupe nahm, sollen sich rund 15 Prozent in Deutschland befunden haben. Wir haben für Sie getestet, wie der Drogenhandel im Netz funktioniert und einen Fachmann bei seiner Einkaufstour im WWW begleitet:
12 Uhr morgens in einer Loftwohnung in Berlin-Mitte: Drogenexperte K. Nabis reibt sich die letzten Reste Liquid Extasy aus den Augen. Er braucht dringend neuen Stoff und fährt den Computer hoch. Mit zwei Mausklicks landet er auf der Seite des größten Auktionsportals h-bay (“1-2-3-high”). Sofort hat er ein interessantes Angebot gefunden: “2 Kilo Koks, neu und OVP” bietet der User “mafia_palermo”. Doch Nabis gefällt das Berwertungsprofil nicht: “Als Powerseller nur 95,2% positiv? Außerdem entsprechen die AGB nicht dem EU-Recht. Das gibt Ärger im Gewährleistungsfall!”, weiß der Experte. Weiter zum nächsten Angebot: “3 Pfund Gras, Top-Zustand, Originalware” verspricht “isch_hab_messer_1993″. Doch statt versicherten Paketversands mit DHL (DrogenHändlerLieferservice) verkauft der nur mit Selbstabholung; Artikelstandort Hamburg – Hauptbahnhof, Tunnel 3. Viel zu umständlich – Nabis sucht daher nach anderen Online-Shops im WWW, nutzt Schnäppchenportale wie “gierhals.at”oder “Preis-Suchtmaschine.com”. Dort wird ihm die Website “drogenscout24.de” empfohlen – aber Nabis winkt ab. “Die sind günstig, bieten jedoch nur unverzollte Ware ab Beirut. Die Einfuhr muss der Kunde organiseren. Wenn dann so ‘ne Kokskugel im Magen platzt, geht’s rund auf dem Flughafenklo.” Schlimmer noch: “Die schicken einem wöchentlich Newsletter-Mails, die man nicht mehr los wird!”
Nabis surft weiter. Gute Handelspartner ließen sich bislang auf dem Netzwerk “DealerVZ” finden, doch hat vor ein paar Tagen ein fieser Hacker 1 Million Nutzerprofile an das BKA verkauft. Bleiben Tauschbörsen wie Junkster und H-Donkey – die Nabis ablehnt: “Ich gehöre nicht zu den Leuten, die sich wahllos Drogen aus dubiosen Quellen runterladen, während die Produzenten leer ausgehen!” Schließlich wird der Experte doch noch fündig: Auf der afghanischen Seite “hindukusch.eu” werden 30 Tonnen Rohopium zum halben Weltmarktpreis angeboten. “Da unten tobt ein harter Preiskampf. Unsere Kollegen, die dort täglich an- und verkaufen, nennen das Krieg.”
Nabis bestellt über das Online-Formular und wird zur sicheren Abwicklung auf einen Server der Bundeswehr weitergeleitet. Geschafft! Jetzt gönnt er sich zur Entspannung noch ein paar Crackhuren-Videos auf youporn.
Unser Fazit: Drogenkauf im Internet kann sich lohnen, wenn man die Angebote vergleicht, auf das Kleingedruckte wie Rückgaberecht und Versandkosten achtet und sorgfältig mit persönlichen Daten zu Kreditkarte oder Schuhgröße umgeht. Wer dagegen auf Beratung und Kundenbetreuung Wert legt, ist beim Dealer an der Straßenecke besser aufgehoben.








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Danke für diese erfrischende Sicht der Dinge. Wenn jetzt noch Rauchzubehör bei den Discountern im Wochenprospekt landet, sind wir endlich bei einem gleichberechtigten Umgang!
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