viagra online | Tramadol | levitra

Guido Westerwelle: Der Außenminister der kein Englisch spricht.

veröffentlicht von Annett M. Wien am 29. September 2009 Kategorie Aufmacher, Satire. Du kannst allen Kommentaren dieses Beitrags folgen RSS 2.0. Du kannst einen Kommentar oder einen Trackback für diesen Beitrag hinterlassen

guidoenglisch

Do you speak english?

Guido Westerwelle als Außenminister? Daran werden wir uns erst noch gewöhnen müssen – er selbst wohl auch. Vor allem scheint er mit der international gebräuchlichen Geschäftssprache Englisch auf dem Kriegsfuß zu stehen. Ein Mann von Welt sollte sie kennen und auch sprechen können.
Händeringend nach Worten suchend zeigte sich Guido Westerwelle bei seiner ersten großen Pressekonferenz nach dem Wahlsieg, als ihm eine Frage in Englisch gestellt wurde. Der schon mal als Leichtmatrose und Sensibelchen beschimpfte Politiker machte seinem Ruf als Spaßparteichef alle Ehre. Nach der freundlichen Frage eines BBC Journalisten ob er denn so freundlich sei eine Frage auch auf Englisch zu beantworten, verneinte Westerwelle gesittet: “So wie es üblich ist, dass man in Großbritannien Englisch spricht, so ist es in Deutschland üblich Deutsch zu sprechen!” Dabei wollte der Reporter doch nur wissen, wie sich die deutsche Außenpolitik unter Herrn Westerwelles “Herrschaft” ändern wird. – Wahrscheinlich wird er als erstes dafür plädieren, die deutsche Sprache zur Welt- und Wirtschaftssprache zu ernennen!
Doch Westerwelle betonte erneut: “Das ist Deutschland!” Keine Chance für den BBC Reporter, der dennoch seine Frage in Englisch stellte. Eine Dolmetscherin übersetze und Westerwelle zögerte leicht verwirrt vor der Beantwortung, als müsse er überlegen, ob das auch wirklich deutsch war, was die Dame ihm mitteilte. Seine anschließende Antwort, die Westerwelle selbstredend in Deutsch gab, bezog sich dann einfach nur auf die Antwort, die er bereits zuvor auf eine Frage gab. “…und ich gebe Ihnen dieselbe Antwort, die ich bereits Ihren deutschen Kollegen gegeben hatte.” Ja gut, Herr Westerwelle, aber die hatte der Engländer ja nicht verstanden, deshalb wollte er es ja noch einmal “in english” wissen. “… eine Debatte über irgendwelche Ämter oder politische Entscheidungen werde ich nicht führen…” Keine Antwort ist auch ‘ne Antwort.
Wenn Westerwelle auch höflich war, sei dennoch der Gedanke erlaubt, wie wird er in Zukunft unser Land präsentieren, – wenn er mal in China ist, Fragen auf deutsch stellt und die gleiche Antwort erhält? Zudem wäre es interessant zu wissen, welche Sprache er als Außenminister in Zukunft sprechen wird, wenn das mit der Englischen nicht so klappt?

Die Engländer – ‘very british’ – lieben bekanntlich den schwarzen Humor, deshalb avanciert Westerwelle im Britischen Fernsehen BBC derweil schon mal zu einem Comedian.

11 Antworten für “Guido Westerwelle: Der Außenminister der kein Englisch spricht.”

  1. Comunik sagt:

    ich lach mich weg, wirklich ein gelungender Artikel.

  2. yoshi98 sagt:

    Die Wester-Welle

    Das war doch schon längst einmal an der Zeit, dass wir es dem Rest der Welt wieder einmal deutlich sagen: In Deutschland wird Deutsch gesprochen. Endlich wieder klare Verhältnisse. Mit unserem deutschen Guido geht endlich wieder ein Ruck durch das Land.

    Zwar stand die selbsternannte Freiheitsstatue der Deutschen bei ihrer gestrigen ersten Pressekonferenz als Außenminister in spe eher wie eine Bockwurst ohne Darm im Wind der Reporterfragen, doch die Lohnschreiberlinge des Focus können auch darin nichts anderes erkennen, als einen Vorgeschmack auf ein neues staatsmännisches Selbstbewusstsein.

    Es ist etwas Merkwürdiges mit den Deutschen. Immer, wenn vor ihnen einer steht, der mit einem Impetus redet, der aufs Deutlichste erkennen lässt, dass der Redner ob seiner eigenen Rede einem nicht enden wollenden Priapismus anheim gefallen ist, immer dann erfüllt das den Deutschen Michel mit Stolz und Zuversicht.

    Deutschland hat endlich wieder einen Außenminister, der keine Kompromisse
    macht. Kompromisslosigkeit dürfte eine neue – eine echt deutsche – Tugend sein für den ersten Diplomaten eines Landes. Es wird also eine Welle nicht nur durch unser Land gehen. Eine Wester-Welle. Eine Welle neuer Deutscher Freiheit.

  3. Wahr sagt:

    Ist Englisch tatsächlich so wichtig?

    Die drei am häufigsten gesprochenen Muttersprachen sind der Reihenfolge nach Chinesisch, Hindi und Spanisch.

    Zugegeben an zweiter Stelle der am häufigsten gesprochenen Sprachen steht Englisch. Bei der Angabe der am häufigsten gesprochenen Sprachen ist aber darauf zu achten, dass fast niemand eine Fremdsprache so perfekt beherrscht wie die eigene Muttersprache.

    Was bedeutetet also die Aussage, dass man eine Fremdsprache beherrscht? Das man sie gut, mittelmäßig oder nur schlecht beherrscht?

    Wenn davon gesprochen wird, dass ein bestimmter Anteil der Bevölkerung Englisch spricht, so stellt also die Frage, ob damit gemeint ist, dass dieser Anteil der Bevölkerung seinen Döner auf Englisch bestellen, im Urlaub nach dem Weg fragen und sich über das Wetter unterhalten, oder sogar hoch komplexe Vertragsverhandlungen auf Englisch unter Verwendung von Fachterminologie führen kann.

    Letzteres dürfte den wenigsten möglich sein. Wohl auch den wenigsten die sich über die Englischkenntnisse von Herrn Westerwelle beschweren. Wer aber keine hoch komplexen Vertragsverhandlungen in Englisch unter Verwendung von Fachterminologie führen kann, braucht jemand der sich damit auskennt und dafür gibt es nun einmal Dolmetscher. Letzterer müsste sich somit fast jeder bedienen. Außenminister sprechen nun einmal grundsätzlich über mehr als nur das Wetter. Was spricht also gegen einen Außenminister der schlecht Englisch spricht?

    Schließlich führt ihn Englisch auch nicht weiter, wenn er auf Amtskollegen trifft, die ebenfalls nur über rudimentäre oder keine Englischkenntnisse verfügen. Diese gibt es in Europa genug.

    Zudem darf man erwarten, dass ein Journalist in Deutschland deutschen Politikern seine Fragen auch in der Sprache stellt, die jeder Dritte Bürger der EU spricht und der nach Englisch die größte Bedeutung in der EU zukommt, nämlich Deutsch. Nach Englisch ist und bleibt Deutsch nun einmal die Sprache die von den meisten Bürgern der EU gesprochen wird. Man darf deshalb auch mit dem nötigen Selbstbewusstsein in Deutschland den Gebrauch der deutschen Sprache verlangen, insbesondere wenn der Fragesteller offensichtlich durch die Verwendung der englischen Sprache nur bezweckt den Fragenden zu testen.

    Ohnehin ist es wichtiger einen vielleicht nicht ganz so mit Fremdsprachen vertrauten Außenminister zu haben, als einen Außenminister der in mehreren Fremdsprachen erklären kann, dass er von der Sache selbst um die es geht keine Ahnung hat.

    So wenig, wie wir Schüler benötigen die sich mit der zweiten Fremdsprache quälen müssen und dabei Mathematik, Deutsch, die erste Fremdsprache, Informatik, Physik, Chemie, Biologie, Erdkunde und Geschichte vernachlässigen um später in zwei Fremdsprachen erklären zu können, dass sie von Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Biologie, Erdkunde und Geschichte zu wenig verstehen, benötigen wir einen Außenminister der von Außenpolitik keine Ahnung hat, dies aber auf Englisch erklären kann.

    Abschließend bleibt also festzustellen, dass es zwar wünschenswert ist, dass ein Außenminister perfekt Englisch, vielleicht darüber hinaus aber auch noch Chinesisch, Spanisch, Russisch, Arabisch oder Hindu sprechen kann, dies aber keinesfalls zwingend erforderlich ist.

  4. Meier sagt:

    Bin sicher kein Freund der FDP und kann mir Westerwelle als Aussenminister auch nicht so richtig vorstellen…..
    Aber das an seinen möglicherweise fehlenden Englischkenntnissen festzumachen ist ziemlich billig!!!!
    Es gibt sicher viele Menschen in wichtigen Positionen, die ebenfalls kein oder kaum Englisch sprechen.
    Wofür gibt es Dolmetscher? Die wollen auch Geld verdienen.

  5. Claus Oehler sagt:

    Na , das ist doch mal was. Endlich einer der sich traut zu sagen ein Deutscher spricht deutsch. Hatten wir das nicht schon mal im sog. 1000jährigen Reich??

    Na denn weiter so ;) das ist doch schon mal ein Anfang.

    Gruss an alle Landsleute… :)

  6. Alpha Centauri sagt:

    Als bekennender F.D.P. – Kritiker trifft es mich unerwartet, dass ich Herrn Westerwelle in dieser “Sache” beipflichten muss. Wenn er mir nun noch die simple Frage (gerne auf Deutsch) nachvollziehbar beantwortet, warum die Verursacher der Finanzkrise gleichzeitig die Profiteure dieser inszinierten “Krise” sind, dann könnte er sicherlich punkten und zumindest den Anschein von Sachkompetenz vermitteln.

  7. [...] seine Antwort auf Englisch zu geben! „Schließlich ist es in Deutschland üblich, dass man hier Deutsch spricht…aber, es ist Deutschland hier!“ so Westerwelle. Das hat natürlich sofort die Frage [...]

  8. Alpha Centauri sagt:

    Das hat nichts mit übertriebenem “Deutschtum” gemein. Westerwelle trifft hier den Nerv einer gefrusteten Zuhörerschaft, die es leid ist, ständig mit überflüssigen Anglizismen gepeinigt zu werden. Das nimmt inzwischen so skurrile Ausmaße an, dass man meinen könnte, Haare werden allein vom Hinsehen sauber.

    > Schauma Hair < usw.

  9. Hans Guenter aus Seoul sagt:

    Die deutsche Sprache wird durch englische Wörter durchsetzt, sollte Herr Westerwelle es schaffen dieses zu ändern hätte “Er” meine Hochachtung!

  10. Guenter aus Seoul, Kerea sagt:

    Herr Westerwelle spricht mir aus der Seele, in unserer Heimat sollte auch
    deutsch gesprochen werden.

  11. Alex sagt:

    “in unserer Heimat sollte auch deutsch gesprochen werden”….. Ja wenn ihre Heimat Deutschland ist , dann doch schon, nee? Aber wer international und diplomatisch agiert, sich als Vorbildperson zeigen möchte und für Toleranz, Integration und Globalisierung einsetzt, na der sollte wohl auch Englisch sprechen können. Es liegt doch auch in Interesse jedem der Akademiker ist, wenigstens zwei Sprachen fliessend zu sprechen. Ich bezeichne Westewelles Antwort als typisch intolerante, sozial inkompetente und einfach unüberlegte Ausrede um den Fakt zu verbergen (welches ihm wahrscheinlich selber bewusst ist) das er kein Englisch sprechen kann. Es ist ein Armutszeugnis welches ich Herrn Westerwelle gern übergeben würde. Ich habe in keiner Hinsicht etwas gegen ihn oder seine Partei, nur diese deutsche arroganz verabscheue ich. Kein Wunder das die Deutschen immernoch so verhasst und unbeliebt sind. Es fehlt an Toleranz, naturelle Freundlichkeit, sozial Kompetenz und die Einsicht das sie nicht besser sind als alle anderen.

Hinterlasse einen Kommentar

Anzeige

Fotogalerie

Anmelden / Advanced NewsPaper by Gabfire Themes